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Highkuna Matata - Soldiers of Peace

Aktualisiert: 8. Apr. 2021


Auf einer Messe 2018 habe ich die Jungs getroffen und mit diesem Satz hatte sich Tim vorgestellt: “Highkuna Matata, wir sind die Soldiers of Peace, Bro!” Ein wenig überrumpelt von diesem Slogan schaute ich mir damals erst mal an, was die Jungs eigentlich auf der Messe auszustellen haben: T-Shirts, Pullover und Caps mit schillernden Logos, in Batik oder mit künstlerischen Motiven. Auf dem Tisch vor ihnen lagen bergeweise Flyer, Karten und Sticker in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Mmh, ein Mode-Label also. Klingt da die Bezeichnung ‘Soldiers of Peace’ nicht ein bisschen übertrieben für einen Textilhersteller oder steckt da doch noch mehr dahinter?



Da mich diese Frage einfach nicht mehr losgelassen hat, habe ich mich entschieden die Jungs mal persönlich zu treffen und dem Slogan ‘Highkuna Matata’ nachzugehen.


Wir treffen uns an einem Bahnhof und nach einer herzlichen Begrüßung von Tim und Max wird direkt der Entschluss gefasst von dort aus in Richtung Innenstadt zu laufen und ein Eiscafe aufzusuchen, denn die Sonne brennt unerbittlich.


Zu diesem Zeitpunkt merke ich schon, dass Max kein Textilhändler, sondern ein kreativer Kopf mit regem Gedankenfluss ist und das sicherlich ein interessantes Interview werden wird. Als auch Tim wieder zu uns stößt und sich in die Konversation einklinkt, müssen sich beide gegenseitig immer wieder ausbremsen. Ich merke, da kann es jemand kaum erwarten seine Story zu erzählen, perfekte Voraussetzungen für ein Interview.


Kaum habe ich meine Frage formuliert, woher denn nun der Name Highkuna Matata kommt oder ob es dazu eine Story gibt, schmunzelt mich Tim an: „Pass mal auf, wenn Max erst mal anfängt! Der kann einfach so geil erzählen.“


Und so setzt Max an: „Ich würde ganz grob erst mal sagen, dass die Idee aus meinem Amerika Aufenthalt entstanden ist. Ich bin ja DJ und dort habe ich dann oft aufgelegt. Durch diesen 'Free Spirit' der Amerikaner sind mir zu meiner Liebe zu Hip-Hop auch noch viele andere Musikstile ans Herz gewachsen, sogar Rock und Country. Auf jeden Fall war ich auf vielen Partys und dort waren die Leute meist ziemlich 'drauf'. Einmal, da waren alle um mich herum total am Koksen und ich war als einziger high. Da hab ich gesagt: Ihr seid alle am Koksen, aber ich bin Highkuna Matata. Dadurch ist dieser Spruch entstanden, aber ich will mich keinesfalls als der Erfinder darstellen. Sicherlich hatte schon mal jemand irgendwo diese Idee. Aber wie sich im Laufe der Zeit gezeigt hat, gab es diese Wortschöpfung bisher noch nicht und damit konnten wir sie auch wort- und bildrechtlich schützen. Das war für mich dann noch mal so ein Beweis, hey, auf die Idee ist tatsächlich noch keiner gekommen.“


Witzige Geschichte, aber aus einem Sprichwort wird ja nicht eben schnell eine Marke, die nicht nur bei denen ankommt, die das Wortspiel mit dem bekannten 'König der Löwen'-Slogan verstehen. Da frage ich mich, wie der Spruch so schnell publik wurde.

„Ich würde mal sagen, es hat alles mit den Mixtapes angefangen. Zwei Freunde von mir, Anna als DJ und Ralph als Produzent, haben mich damals dazu überredet den Slogan in die Mixtapes einzubauen. Dadurch verbreitete sich der Slogan akustisch schon mal weiter. Dann haben wir angefangen auch Logos auf Flyern zu entwerfen, wir waren die Highkuna Matata Gang. Irgendwann haben wir das dann auch mal auf Shirts gedruckt und die Leute fanden es cool. Später wurde ich gefragt, ob ich solche Events, auf denen ich auflegte, nicht gerne selbst veranstalten möchte und auch auf die Shirts wurde ich angesprochen: Hey habt ihr vielleicht noch eins von den Shirts? Und damit kam die ganze Idee dann überhaupt ins Rollen. Wir haben damals die ersten T-Shirts for free verteilt und die waren sofort weg.“


Okay, so viel zu der Entwicklung und Verbreitung des Namens, aber was genau macht ihr jetzt im Moment? Was macht oder was ist Highkuna Matata?


„Also, wenn ich es in ein Wort fassen müsste, was verdammt schwer ist, würde ich sagen es ist ein Projekt, ein ‘moving object’ oder man könnte es auch 'Peacemaker Project’'bezeichnen. Also Highkuna Matata steht, wie mancher schon vermutet, in gewissen Bezug zu den Disney-Filmen und deren Aussage. Ein verständliches Beispiel ist das Leitmotiv von Peter Pan 'Never grow up'. Wir wollen auch so einen unterbewussten Vibe unter die Menschen bringen, so wie diese Filme uns auch unbemerkt beeinflusst haben mit ihren Botschaften. Und Highkuna Matata will so ein bisschen diesen Stil von Disney-Land verfolgen: Du hast dieses schöne Gefühl, aber du kannst es eben nicht anfassen. Denn genau das bringt die Leute dazu, dieses Gefühl in sich zu tragen.“


Ich bin etwas verwirrt und frage gegen Ende seiner Ausführung: „Aber Klamotten macht ihr auch?“


„Ja klar, wir machen auch die Shirts, Pullover und Caps, aber auch unsere Riot-Events. Das sind von uns veranstaltete Partys in unterschiedlichen Location und mit Live-Acts. Die Riots sind sehr beliebt. Aber die Botschaft ist mir viel wichtiger. Die Klamotten und Partys sind nur ein Medium, um die Aussage unter die Menschen zu bringen. Wir sind auch einfach für die Menschen da, egal wer das ist.“


Wieder eine Aussage, die mir nicht ganz einleuchten will. Was bedeutet denn in diesem Zusammenhang für die Menschen da sein? „Du wirst es nicht glauben, aber viele Leute schreiben uns über die Social Medias an, die nach Unterstützung suchen und damit meine ich nicht finanziell oder publicity, sondern kranke Menschen. Menschen, die nach jemanden suchen, der sich ihre Probleme anhört und ihnen hilfreiche Tipps gibt. Wir helfen ihnen damit, dass wir für sie in gewisser Weise da sind. Wir hören uns ihre Stories an und supporten sie durch Zuspruch und Verständnis.“ Wieder fällt mir auf, dass auch dieses Thema in die Richtung Disney geht: in jedem dieser Filme wird eine Botschaft von Akzeptanz vermittelt, die man als Beobachter gerne auch auf sein eigenes Leben reflektiert oder es sich zumindest vornimmt.


„Das schönste ist zu sehen, wie manche dieser Menschen erst so richtig durch Highkuna Matata aufgeblüht sind und unsere Vibes spüren, sie kommen mit auf alle Events und einer hat sich sogar ein Tattoo von unserem Logo stechen lassen. Man, den haben wir echt gefeiert, so was Verrücktes.“


Ich bin dennoch etwas verwirrt, eigentlich hat Max kaum ein Wort über die Klamotten verloren. Also versuche ich noch mal das Thema etwas mehr in den Fokus zu bringen. Denn ich will auch wissen, wie denn so die ersten Klamotten angekommen sind und natürlich auch, wer der Designer hinter den Motiven ist. Diesmal übernimmt Tim das Wort: „Da ich mein eigenes Textilgeschäft führe, hab ich Max überredet eine Kollektion mit dem Label Highkuna Matata rauszubringen. Damals am 16.12.2016, haben wir dann die erste Kollektion ‘Neverland’, thematisch also Peter Pan, released. Es war echt der Wahnsinn, die Leute haben sich um die Klamotten gerissen. Wir haben an dem einem Tag locker 90 Stück verkauft.“ Da staune auch ich nicht schlecht, für einen ersten Release klingt das ja richtig erfolgreich.


„Wir zwei sind auch die Köpfe hinter den Designs. Max und ich haben die Ideen und machen die Entwürfe und die werden dann von unserem dritten Mitglied, Mirco Zett, verwirklicht. Er ist Designer und macht wirklich gute Arbeit.“


Solche kreativen Prozesse sind bei den meisten Künstlern ja häufig auch durch ein bestimmtes 'Kraut' beeinflusst, doch wie sieht das denn bei Highkuna Matata so aus?

„Klar, buffen während den kreativen Phasen is ganz normal. Allerdings sind bei uns nur zwei von vier Leuten Kiffer. Es müssen auch welche einen klaren Kopf bewahren.“ Mit einem frechen Grinsen schaut Max zu Tim, der darauf antwortet: „Jap, ich bin einer der klaren Köpfe. Ich kümmere mich um den finanziellen Part und da is es ganz schlecht, wenn man zugedröhnt ist.“


Was mich jetzt aber immer noch brennend interessiert, ist das Thema mit den 'Riots'. Was sind das für Events und wofür veranstalten die Jungs diese? Wollen sie damit einfach nur das Label pushen und neue Kunden gewinnen?


„Nein man, auch unsere Riots feiern wir, um die Positive Vibes von Highkuna Matata unter die Menschen zu bringen. Auf den Events haben wir oft Live Acts und ich selbst lege auch auf. Mit der Musik und den richtigen Leuten erzeugen wir diese Good Vibes, denn wir versuchen unsere Partys etwas exklusiv zu halten: es treffen sich hier nur Gleichgesinnte, alle kommen her und haben gute Laune und feiern diese Vibes. Und auch hier sind wir wirklich nicht auf Profit aus. Immer nur so viel damit es zum Weitermachen ausreicht, der Rest wird alles in unsere Weiterentwicklung gesteckt. Die Vibes sind uns tausendmal wichtiger: High on life, high on music, high on whatever you want to be.“ Vibes, was soll das denn eigentlich bedeuten? „Unsere Vibes kannst du wieder mit Disney vergleichen: ein wunderschönes Gefühl, aber du kannst es nicht anfassen. Naja gut außer man bezieht das Anfassen auf die Klamotten.“


Ich bin in dieses Interview gekommen und hatte schlimmsten Falls mit einem Werbegewitter, gefolgt vom zukleistern mit Flyern und Prospekten erwartet, aber nicht so was: dass eine derart euphorische Crew hinter diesem Label steht und mehr auf Vibes und Peace-Making wert legt, als auf das Vertreiben ihres Produktes, hätte ich wirklich nicht gedacht. Und irgendwie haben die Jungs es geschafft, auch mich in der kurzen Zeit mitzureißen.



Max von Highkuna Matata


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